Heimvorteil ist nicht so entscheidend

Auf Stefan Saule und seinen SV Roggden folgen jetzt vier Auswärtsspiele in Serie

Als er vor zweieinhalb Jahren das Amt des Spielertrainers beim SV Roggden übernahm, war Stefan Saule mit 25 Jahren der jüngste Übungsleiter bei einer ersten Fußballmannschaft in der Region. In einem Monat ist Schluss damit. In der kommenden Saison übernimmt Martin Mayrle (zur Zeit noch Coach beim SV Wortelstetten) den Trainerposten. In welcher Liga, das wird sich zeigen. Nach dem jüngsten 2:1-Heimerfolg gegen den gestürzten Spitzenreiter Eintracht Landshausen kann der SVR als Tabellendritter in der A-Klasse West 3wieder vom Titel träumen.

 

 

Hallo Stefan, in den ersten drei Spielen nach der Winterpause gab es nur einen Punkt für Ihr Team, da wurde viel liegen gelassen. Was waren die Gründe?

Saule: Sicherlich die schwache Trainingsbeteiligung. Standen während der Sommervorbereitung und in den Wochen und Monaten danach im Schnitt 16 Spieler auf dem Platz, so war ich während der Wintervorbereitung froh, wenn acht bis neun Akteure im Training anwesend waren.

Was ist passiert?

Saule: Etliche Spieler gingen mit Verletzungen in die Winterpause und konnten diese bis zum Start in die Vorbereitung nicht richtig auskurieren. Der ein- oder andere Arztbesuch hätte möglicherweise geholfen. Jeder ist selbst für seine Gesundheit und Fitness verantwortlich und sollte dafür etwas tun. Einige Spieler wurden auch von der Grippewelle heimgesucht und hatten Ausfallzeiten. Aufgrund dieser Umstände war es für mich nicht so überraschend, dass es in den ersten Spielen sehr holprig gelaufen ist.

Ist nach dem Sieg gegen Landshausen die Talsohle durchschritten und ist sogar noch der Aufstieg drin?

Saule: Nachdem nun wieder mehr Spieler im Training sind, werden wir von Woche zu Woche stärker. Das hat man schon gegen Landshausen gesehen. Welcher Platz am Ende der Saison herausspringt, das weiß ich nicht. Wir haben noch fünf Spiele zu bestreiten und wollen natürlich so viele als möglich gewinnen.

Jetzt folgen vier Auswärtsspiele in Serie. Stört Sie dieser Spielplan?

Saule: Ehrlich gesagt nicht. Mir ist es egal, auf welchem Platz wir spielen. Der Heimvorteil ist in dieser Liga nicht so entscheidend.

Haben Sie schon an eine mögliche Relegation gedacht, falls der SV Roggden Zweiter wird? 

Saule: Überhaupt nicht. Ich werde mich erst dann damit beschäftigen, wenn wir wirklich Zweiter werden sollten. Jetzt denke ich nur an das nächste Spiel in am Sonntag in Unterbechingen.

Eine Goaßn-Maß mit den Teamkollegen

Erst elf Gegentreffer hat Roggdens Torwart Patrick Mayer in dieser Saison kassiert. Der 22-Jährige gehört beim A-Klassisten zu den Leistungsträgern.

 

Was Torwart Patrick Mayer (22) vom A-Klassisten SV Roggden nach Siegen gerne trinkt und was er von einer möglichen Jamaika-Koalition hält

Bis zur B-Jugend spielte er noch im Feld, dann wechselte er ins Tor. Zwischen den Pfosten fühlt sich Patrick Mayer, der Kapitän des Fußball-A-Klassisten SV Roggden, pudelwohl. Mit dem Tabellenzweiten peilt der 22-Jährige, der hauptberuflich als Fachkraft für Lagerlogistik in einer Firma in Wertingen- Geratshofen arbeitet, einen Spitzenplatz an. Sein Lieblingsessen sind gegrillte Hähnchen. Dies und einiges mehr verrät der Junggeselle im Interview zur heutigen WZ-Elferkette.

Die meisten Spiele bestreite ich in bunten Schuhen. Dabei ist mir die Farbe egal. Ich habe auch noch ein etwas älteres Paar in Schwarz. Doch die kommen nur noch ganz selten zum Einsatz.

Ich selbst fahre ein Auto mit Dieselmotor und bin froh darüber. Den Unterschied zu einem Benziner merkt man an der Tankstelle, wenn es ans Bezahlen geht. Drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Großstädten können mich nicht erschrecken. Ich bin die meiste Zeit auf dem Land unterwegs.

Schwierige Frage. Beide sind natürlich klasse Torhüter. Gianluigi Buffon überzeugt auch mit seinen inzwischen 39 Jahren auf der Torlinie, Manuel Neuer pflegt mit einer offensiven Spielweise eine ganz andere Philosophie. Selbst sehe ich mich als eine Art „Zwischending“, wobei ich den Strafraum im Gegensatz zu Neuer aber nicht oft verlasse.

Politik ist eigentlich nicht so mein Ding. Ich war zwar im September beim Wählen zur Bundestagswahl, doch so richtig überzeugt mich keine der Parteien. Dennoch wäre es nicht schlecht, wenn Union, Grüne und FDP nun ein Jamaika-Bündnis schmieden würden, damit wir nicht schon wieder wählen müssen.

FC Augsburg. Ich habe schon Auswärtsspiele des FCA besucht und bin Mitglied beim FCA-Fanklub Schienbachtal 07 in Rieblingen. Leider habe ich derzeit weniger Zeit, mir Spiele im Stadion anzuschauen, da ich mich an den Wochenenden weiterbilde. Ich möchte Meister für Logistik werden. Den FC Bayern verfolge ich natürlich auch. Bei internationalen Einsätzen drücke ich den Münchnern schon die Daumen, in der Bundesliga brauchen sie aber nicht jedes Jahr alles abräumen.

Ganz klar Bier. Nach einem gewonnen Spiel darf es zur Belohnung aber auch mal eine Goaßn-Maß gemeinsam mit den Teamkollegen sein. Einen Cocktail trinke ich dann, wenn ich ins Nachtleben einsteige. Dann bestelle ich mir meistens einen Touch Down.

Einmal pro Woche zu Hause essen wir Fisch. Aber Fleisch kommt wesentlich mehr auf den Tisch. Am liebsten mag ich ein gegrilltes Hähnchen.

Bis zur B-Jugend spielte ich noch auf dem Feld. Wobei ich in der C-Jugend zwischendurch als Torwart schon aushelfen musste. Seit gut fünf Jahren stehe ich fast jedes Wochenende zwischen den Pfosten. Das passt für mich. Es fühlt sich gut an, wenn man als Torwart der Mannschaft helfen kann, Spiele zu gewinnen. Allerdings bist du der Depp, wenn du als letzter Mann einen Fehler machst. Patzer sind mir diese Saison leider schon unterlaufen. Wenn ein Stürmer einen Fehlpass spielt oder eine Großchance vergibt, wird dies meistens nicht so streng bewertet.

Mir gefällt es am Meer besser. Dort kann man die Füße so richtig schön hochlegen. Mit den Bergen habe ich es dagegen nicht so. Mein letzter größerer Urlaub war auf Mallorca, aufgrund meiner Meisterprüfung konnte ich dieses Jahr nicht in Urlaub fahren. Vielleicht klappt es ja wieder im kommenden Jahr. Aber das lasse ich einfach auf mich zukommen.

Eher ein Mittelding von beiden. Ich bin nicht der, der alles perfekt aufräumt, aber ich finde alles, was ich finden muss. Meine Mutter muss mich nicht mehr mahnen, mein Zimmer endlich in Ordnung zu bringen.

Natürlich würde ich lieber in der Kreisklasse spielen. Wir beim SV Roggden sollten schon versuchen, in den kommenden Jahren den nächsten Schritt zu gehen. Auch wenn es diese Saison nicht einfach wird, ganz nach oben zu kommen. Unsere Mannschaft, in der zum Glück auch drei Routiniers dabei sind, ist sehr talentiert und ehrgeizig. Am Sonntag wollen wir das Heimspiel gegen Unterbechingen erfolgreich gestalten. Mit einem Dreier würden wir zumindest unseren zweiten Tabellenplatz verteidigen. (herd)